Naturschutz in Afrika. Eine kritische Einführung.
Die Lehrveranstaltung
Der afrikanische Kontinent besitzt durch seine vielfältigen Ökozonen eine äußerst heterogene Komposition an Landschaftstypen sowie eine besonders hohe Artenvielfalt. So verfügt Afrika über neun der 36 globalen Biodiversitäts-Hotspots und erhält insbesondere durch die im weltweiten Vergleich noch immer herausragende Vielfalt an terrestrischen Großsäugern besonders hohe Aufmerksamkeit von internationale Naturschutzorganisationen.
So dominieren Steppenelefanten, Breitmaulnashörner, Berggorillas sowie andere Vertreter der afrikanischen Megafauna als sogenannte Flaggschiffarten die Websites vieler Naturschutz-NGOs und animieren ein zumeist in Ländern des globalen Nordes zu verortendes Publikum zur Spendenbereitschaft, um im Sinne des Habitatschutzes ein umfangreiches Netz aus Schutzgebieten aufrechtzuerhalten und immer weiter auszubauen.
Viele dieser Schutzgebiete blicken auf eine lange Geschichte zurück und wurden von europäischen Verwaltungsbeamten bereits im Zuge des Kolonialismus eingerichtet. Die soziokulturellen Interessen und traditionellen Landnutzungsmuster der lokalen Bevölkerung fanden hierbei häufig keinerlei Berücksichtigung. Zwangsumsiedlungen in ressourcenarme Gebiete im Namen des Artenschutzes resultierten hingegen oftmals in massiven Konflikten und einer Destabilisierung der Nahrungsmittelsicherheit ganzer Regionen.
Auch heute dominieren in vielen Regionen Afrikas besonders rigide Formen der Fortress Conservation ohne jegliche Partizipationsmöglichkeiten der lokalen Bevölkerung. Die häufig noch immer von europäischen Institutionen gemanagten Schutzgebiete werden mit hohen Elektrozäunen, Drohnen und einem Heer aus schwer bewaffneten Ranger*innen gegen kommerzielle Wilderei und lokale Nutzergruppen gleichermaßen verteidigt. Vergehen werden hart sanktioniert. Viele Expert*innen sprechen von einer Militarisierung des Umweltschutzes. Zahlungskräftigen Besucher*innen aus dem globalen Norden hingegen stehen die Schutzgebiete jederzeit offen und Safaritourismus ist für die beteiligten Stakeholder*innen ein sehr lukratives Geschäft.
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