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Arbeitsgruppe Kritische Geographien globaler Ungleichheiten

Was Nationalparks mit Kolonialismus zu tun haben – Schulworkshops

Im Rahmen der uniweiten Aktion „Wir wollen’s wissen“ haben wir im Januar 2026 zwei Workshops an Oberstufen von Stadteilschulen in den Bezirken Ottensen und Farmsen unter dem Titel Hauptsache Naturschutz? Was Nationalparks mit Kolonialismus zu tun haben durchgeführt. Gemeinsam mit den Schüler:innen hinterfragten wir gängige Erzählungen über Naturschutz, die vor allem die ökologische Bedeutung in den Vordergrund stellen. Stattdessen betrachteten wir die historischen Zusammenhänge zwischen Schutzgebieten, kolonialer Landnahme und der Ressourcenakkumulation. Folgende Fragen wurden thematisiert: Wer wurde durch die Einrichtung der Schutzgebiete privilegiert, wer ausgeschlossen? Welche Perspektiven fehlen in den vorherrschenden Narrativen?

Die Schüler:innen analysierten Kartenmaterial und zogen ihre eigenen Schlüsse: Naturschutz ist wichtig, doch um die Herausforderungen in Tanzania wirklich zu begreifen, müssen wir auch die unbequemen Fragen stellen: Wem dient der Schutz? Wem werden welche Rechte genommen? Und welche Rolle spielen koloniale Kontinuitäten bei der aktuellen Gestaltung von Schutzgebieten?

Das Projekt schließt an die Forschung zu kolonialen Kontinuitäten im Naturschutz in Tansania von Michèle von Kocemba an mit Fokus auf die Wirkungsmächtigkeit der westlich-kolonialen Vorstellung von Wildnis im Naturschutz. Im Fokus stehen hierbei die kritische Betrachtung von klassischen geographischen Werkzeugen wie der Kartographie und Fernerkundung in ihrer Rolle der Reproduktion solcher Narrative sowie die Wahrnehmung und Perspektive von lokalen Gemeinden auf Wildnis, Natur und die Geschichte ihres Landes.

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